| Bericht Kultur-Natur-Wanderung im Nahetal 10.04.2011 |
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| Dienstag, den 12. April 2011 um 00:00 Uhr | ||||
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Bericht zur Langstrecke (ca. 22km) Am Sonntag, den 10. April 2011 machten sich 57 vergnügte Wanderfreunde von Neustadt auf nach Bad Kreuznach an der Nahe, um dort bei strahlend blauem Himmel, den kein Wölkchen trübte, zu wandern. Bad Kreuznach ist eine Stadt mit etwa 43.000 Einwohnern Hier bildeten sich zwei Gruppen, eine Gruppe (24 Teilnehmer), die sich auf eine etwa 20 km lange Wanderung durch die Naturschutzgebiete Gans-Rheingrafenstein und Rotenfels aufmachte, und eine andere (33 Teilnehmer), die eine kürzere Strecke längs der Nahe wählte. Bad Kreuznach selbst ist keltischer Ursprungs (etwa 500 vor Christus, wahrscheinlich nach ihrem Gründer „Crucinia“ genannt). 58 v. Chr. begann die Besiedlung des Naheufers durch die Römer, die den Weinbau einführten, prachtvolle Villen errichteten und schon die Quellen der Stadt zu schätzen wussten. Reste einer etwa 6000 qm großen römischen Villa mit herrlichen Mosaikfußböden sind in der Römerhalle nebst Freifläche zu sehen. Wahrscheinlich nutzten die Römer auch die warmen salzhaltigen Quellen, die es in dieser Gegend gibt. Die Kauzenburg war Residenz der vorderen Grafschaft Sponheim. 1206 erfolgte die erstmalige Erwähnung der Burg in einer Urkunde, in der König Philipp den Bau eines Schlosses verbot. Im Jahre 1843 heiratet Karl Marx in der Kreuznacher Pauluskirche Jenny von Westphalen. Ab 2. Januar 1917 hat die deutsche Heeresleitung Kreuznach zum Sitz des Großen (kaiserlichen) Hauptquartiers gemacht. Im Kurhaus trafen sich am 19. Dezember 1917 General Mustafa Kemal Pascha, besser bekannt als Atatürk („Vater der Türken“) und späterer Präsident einer streng laizistischen Türkei, Kaiser Wilhelm II., Hindenburg und Ludendorff zu Gesprächen. Erst ein extremes winterliches Hochwasser an der Nahe im Januar 1918 führte zur Verlegung der Obersten Heeresleitung in das belgische Spa. Seit 1924 darf Kreuznach die Bezeichnung „Bad“ führen. 1958 trafen der französische Präsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer, die in einer Institutionalisierung der besonderen Beziehungen beider Länder 1963 im Élysée-Vertrag mündete. Am 1. April 1960 wurde die Stadt Bad Kreuznach zur großen kreisangehörigen Stadt erklärt. Nach einer kurzen Außenbesichtigung der Kauzenburg, in dem sich heute ein Landhotel befindet, bei dem der Versuch unternommen wurde, alte Burgteile mit neuen Bauteilen zu verbinden, wanderten wir über das Teetempelchen und dem Radonstollen oberhalb der Nahe zum Salinental. Seit 1911 wird in einem alten Bergwerksstollen auf Anregung des Arztes Dr. Karl Aschoff die Radon-Therapie durchgeführt. Bad Kreuznach das älteste Radon-Solbad der Welt. Salinental Leider waren die Gradierwerke nicht in Betrieb, so dass wir die wohltuende Wirkung der salzhaltigen Salinen nicht genießen konnten. Weiter ging es durch den Bad Kreuznacher Stadtwald, in dem es zahlreiche Traubeneichen gibt, hinauf auf die „Gans“. Die Gans ist ein etwa 300m hoher Porphyrfelsen im Naturschutzgebiet „Gans und Rheingrafenstein“. Hier gab es dann auch unsere Frühstücksrast mit grandiosen Ausblicken auf das gegenüberliegende Rotenfelsmassiv, das Salinental, die Burgruien Rheingrafenstein, die Ebernburg und die Städte Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg. Nach der kurzen Rast ging es weiter über Schloss Rheingrafenstein zur Burgruine Rheingrafenstein. Rheingrafenstein thront auf einem136 m hohe Porphyr-Felsen oberhalb der Nahe. Die Versorgung der ehemaligen Burg mit Wasser erfolgte über eine Zisterne, von der noch heute Reste sichtbar sind. Die Ursprünge der Burg stammen aus dem 11. Jahrhundert. Sie wurde wie so gut wie alle Burgen im Nahetal 1688 in Pfälzer Erbfolgekrieg zerstört, dann aufgelassen und im 18. Jahrhundert für den Salinenbau benutzt Durch die Vermählung Siegfried I. vom Stein mit Lukardis, der Tochter des Rheingrafen Embrich vom Rheinberg erbte ihr Sohn Wolgfram die rechtsrheinische Rheingrafschaft. So kam es zum Namen „Rheingrafenstein“. Von der Burg aus sind die spärlichen Reste der ehemaligen Vorburg Affenstein zu sehen. Weiter geht es ins Huttental das seinen Namen von der Kupferverhüttung im Mittelalter hat. In Bad Münster sind seit 1478 der Badebetrieb und seit 1729 Gradierwerke zur Salzgewinnung belegt. Seit 1905 heißt es „Bad“ Münster. Die Mittagsrast erfolgte im Restaurant Ebernburger Hof, Triftstr. 1, Ebernburg (Tel: 06708-62950). Der Ebernburger Steinskulpturenpark, ist das einzige zeitgenössische Steinskulturen-Museum der Welt, das von den Bildhauern Anna Kubach-Wilmsen und Wolfgang Kubach initiiert und 2010 eröffnet wurde. Das Rotenfelsmassiv besteht aus Porphyr, und liegt 202m hoch über der Nahe. Es ist die höchste zusammenhängende Felssteilwand nördlich der Alpen und ein Naturschutzgebiet (NSG) Nach grandiosen Ausblicken hinunter auf das Nahetal und hinüber zu Gans und Rheingrafenstein ging es hinab zu dem schon auf uns wartenden Bus, der uns zwar müde, aber durch viele wunderbare Eindrücke bereichert, wieder nach Neustadt – Gimmeldingen brachte.
Bericht zur Kurzstrecke (ca. 8km) Wir wanderten von Bad Kreuznach zunächst durch die Stadt ca. 1 km zur Römerhalle, wo wir um 10.00 Uhr in der Römerhalle die dortige Ausstellung besuchten. Es handelt sich dabei um eine sehr große und umfangreiche Ausstellung über Fundstücke aus der Römerzeit, die in Bad Kreuznach gefunden wurden. Ca. um 11 Uhr liefen wir dann durch den Schlosspark zum Panoramaweg an der Nahe und diesen ca. 3 km entlang. Nun kamen wir ins Salinental, wo wir zunächst an den Bad Kreuznacher Salinen entlang zur Nahe liefen. An der Nahe ging es nun weiter bis Bad Münster am Stein, wo viele der Wanderer und Wanderinnen durch Reste in den Bäumen noch an die letzte Flutwelle der Lahn erinnert wurden. Über eine Fußgängerhängebrücke ging es nun über die Nahe nach Bad Münster-Ebernburg, wo wir uns mit der Gruppe der Langwanderer um 13,15 Uhr im Restaurant Ebernburgerhof zum Mittagessen trafen. Da viele der Wanderer und Wanderinnen durch den langen Marsch sehr müde waren und auch von den Langwanderern durch die schnelle und anstrengende Wanderung nicht mehr weiterlaufen wollten, blieben wir bis 16,00 Uhr, zumal auch das Essen recht lange auf sich warten ließ, obwohl es sehr rechtzeitig telefonisch bestellt worden war. Mit dem Bus, der uns an dem Restaurant abholte, ging es nun zum Bahnhof Bad Münster am Stein, wo wir die 9 restlichen Wanderer, welche noch mal rund 8 km weitergelaufen waren, erwarteten, um danach die Heimreise anzutreten.
Unser herzlichster Dank geht an die Wanderführer Dr. Monika Keuser und Willbald Kratz, für die Ausrichtung und Durchführung dieser schönen Wanderung.
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| Aktualisiert ( Mittwoch, den 27. April 2011 um 12:43 Uhr ) | ||||

